Die Inthronisierungsrede
S.E. Bischof Johannes Yazigi
des Metropoliten von Europa
Paris 20.09.2008
„Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich (...) und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen" (Joh 17,3)
Das sollen die ersten Worte sein, die ich auf diesem guten (europäischen) Boden spreche.
Eure Seligkeit!
Eminenzen!
Exellenzen!
Schwestern und Brüder in Christus unserem Herrn!
Ich möchte
damit beginnen, dem Herrn zu danken, der uns an diesem Abend anlässlich
meiner
Einsetzung zum antiochenischen Metropoliten von West- und Mitteleuropa zusammen
kommen ließ, obwohl ich unwürdig bin. Ich möchte auch seiner Seligkeit
Patriarch Ignatius IV und den Vätern der antiochenischen Heiligen Synode danken,
die mich, inspiriert durch den Heiligen Geist, zu dieser heiligen Aufgabe
beauftragt haben.
Schon in meiner Jugend wurde mir klar, dass es kein wahres christliches Leben gibt, ohne Christus nachzuahmen und unablässig seine Gegenwart zu suchen. Es gibt kein christliches Leben, ohne sich auf das Abendteuer einzulassen, das in der Verwandlung des Herzens, dem Aufruf zur Erneuerung im Schoße der Kirche Christi und dem Dienst an den Mitmenschen besteht, die Gott zu seiner Wohnstätte gemacht hat. Dies brachte mich später dazu, mich dem monastischen Leben anzuschließen, das mich entscheidend prägte. Ein Mönch lebt nicht für sich selbst, sondern in Gott für die Welt. Und obwohl ich Bischof bin, bleibe ich Mönch. Und ich werde weiterhin nur für meine Diözese und für das Volk leben, das mir Gott anvertraut hat.
Als ich vor etwa 13 Jahren zum Bischof geweiht wurde, legte man das heilige Evangeliumsbuch auf meinen Kopf, während die Bischöfe den Heiligen Geist herab riefen. Ich hege einen starken und festen Wunsch, dass das Evangelium immer auf meinem Kopf bleibt, dass ich ihm gehorche und dass das in ihm wohnende Wort Gottes meine alleinige Instanz bleibt.
Zu Beginn möchte ich den Söhnen und Töchtern unserer antiochenischen Metropolie, die in den verschiedenen Ländern Europas zerstreut sind, versichern, dass ich ihnen mit all meinen Kräften in aller Demut und den Anforderungen des Gotteswortes gemäß dienen werde. Mein erstes Ziel ist, sie zu diesem Wort hin zu führen und ihnen zu offenbaren, inwiefern dieses Wort eine Lebensquelle für jedermann und für die Welt sein kann. Meine Lieben! Ich werde unter Euch ein Vater und kein Gesetzgeber sein. Ich werde versuchen, Euch mit Rat und Tat zu zeigen, wie sich Christus "in seinen Geboten verbirgt und wie wir ihn finden, wenn wir ihn suchen" (Markus der Eremit, das geistliche Gesetz, 191). Christus ist weder oben im fernen Himmel noch unten, sondern vor uns und in uns. Und wir warten darauf, ihm zu begegnen. Ich will, dass die Kirche an Eurer Freude und Eurem Leid teilnimmt. Ich will, dass sie Euch beisteht, denn allein sie ist dazu fähig. Ich will Euch das sagen, was einst der Apostel Petrus zum Gelähmten gesagt hat: "Silber und Gold habe ich nicht. Was ich aber habe, das gebe ich dir. Im Namen Jesu Christi von Nazareth steh auf und geh umher" (Apg 3, 6).
Ich möchte Euch daran erinnern, dass wir eine Familie sind und dass wir uns alle deshalb verantwortlich fühlen müssen. Wir sind alle die Glieder des Gottesvolkes, "ein heiliges Volk, ein Volk, das Gott befreite". Wir haben alle, der Bischof, die Priester und die Laien, am königlichen Priestertum teil. Dies bewirkt, dass wir uns am Leben der Kirche beteiligen, jeder/jede nach seiner/ihrer Begabung. Deshalb bitte ich den Herrn, dass wir, so schnell wie möglich, zur Gemeinschaft und Zusammenarbeit auf den verschiedenen kirchlichen Ebenen kommen, um das Zeugnis für ihn deutlicher zu machen; um der Welt zu zeigen, dass alles bei uns in Ordnung und Harmonie getan wird, vor allem aber in Liebe. Hier vergesse ich nicht meine Brüder und Mitzelebranten, die Priester und Diakone. Zusammen werden wir dem himmlischen Altar dienen, und ihnen gelten meine Liebe und meine Sorge.
Unser Dasein hier ist durch ein Zweifaches gekennzeichnet: Erstens die große Vielfalt, die sich daraus ergibt, dass sich unsere Söhne und Töchter in verschiedenen Ländern befinden, die unterschiedliche Sprachen und Kulturen aufweisen. Und zweitens die Einheit, die durch unsere Zugehörigkeit zur einen Kirche vorausgesetzt wird. Zwar bildet die göttliche Eucharistie (Abendmahl) den Ausgangspunkt dieser Einheit und ihre Legitimationsgrundlage. Die Einheit muss aber auch durch das pastorale Leben und die kirchlichen Institutionen zum Ausdruck kommen. Darum sind wir dazu aufgerufen, mit einander zusammen zu arbeiten, um das beste Gleichgewicht zwischen Einheit und Vielfalt entstehen zu lassen, wodurch unser antiochenisches Zeugnis auf europäischem Boden in einer Diözese fördert. In diesem Zusammenhang dürfen wir nicht vergessen, was in der Vergangenheit vor allem durch die Bemühungen seiner Eminenz dem verstorbenen Bischof Gabriel geleistete wurde. Darauf werden wir bauen.
Ich möchte mich insbesondere an die Jugend wenden, die sich nicht immer wohl in der Kirche fühlt. Den jungen Leuten sage ich: wir möchten Euch bei uns haben. Ihr habt „die Kraft, das Böse zu besiegen". Und diese Kraft ist notwendig für uns. Ich werde damit anfangen, der Jugend zuzuhören. Und dann lade ich sie zur Tafel der Pflicht ein, die uns erwartet. Ich werde versuchen, sie durch eine Seelsorge, die zugleich die wahre Tradition respektiert und sich den Problemen unseres Zeitalters öffnet, davon zu überzeugen, dass Christus sie mit einer „großen Liebe" liebt und sie zu Zeugen seiner Liebe, seines Friedens und seiner Gerechtigkeit machen will. Zusammen werden wir im Geiste des Evangeliums suchen, wie wir ohne Komplexe mit den Weltproblemen und den Herausforderungen der Konsumgesellschaft fertig werden, um allem, was in dieser Welt seinen Sinn verloren hat, einen neuen Sinn zu verleihen. Wir müssen um jeden Preis die jungen Männer und Frauen unterstützen, damit sie sich in der Kirche selbst verwirklichen und dadurch den Sinn ihres Lebens wieder finden.
Und da ich mich an die lieben Söhne und Töchter unserer Metropolie wende, grüße ich in Christus Jesus von diesem heiligen Pariser Ort aus all unsere Kirchengemeinden in Frankreich, Deutschland, England, der Schweiz und Österreich sowie die Kirchengemeinden unseres Dekanats in Großbritannien. Ebenfalls grüße ich all diejenigen, die wir nicht kennen und die uns nicht kennen. Wir sehnen uns danach, ihnen in allen europäischen Ländern zu begegnen.
Unsere Gegenwart in Europa ist weder vorübergehend noch zufällig, sondern mit Sicherheit Gottes Wille. Wir müssen das Geheimnis dieser Gegenwart entdecken, um festzustellen, wozu wir berufen sind. Die Begegnung der Kirche von Antiochia mit dem Westen ist nicht neu. In diesem Sinne erwähne ich vor allem den Briefwechsel zwischen Simeon dem Styliten und der Pariser Heiligen Geneviève im 4. Jahrhundert. Doch die Geschichtsumbrüche und die menschlichen Sünden entfernten uns voneinander. Nun wird uns eine neue Chance gegeben, die zerklüfteten Brücken wieder aufzubauen.
Es ist der Wille Gottes, dass wir in diesem europäischen Raum als „Antiochener" bezeichnet werden. Dieser Raum hat tiefe kulturelle Wurzeln, eine einmalige zivilisatorische Erfahrung und verdankt dem Christentum viele seiner leuchtenden Seiten. Doch Europa heute charakteresiert ein säkularer Geist, der Religion und Politik trennt, auch wenn die praktische Umsetzung dieses Prinzips von Land zu Land unterschiedlich ist. Dieses Modell hat sich trotz seiner Defizite bewährt und sich als fähig erwiesen, die Gesellschaft voran zu treiben. Deshalb respektieren wir es und profitieren von seinen Errungenschaften. Was ich hier betonen möchte, ist die Tatsache, dass heute der europäische Raum massive Veränderungen erlebt, nicht nur indem er sich dank der Idee des vereinigten Europas gen Osten ausdehnt, vor allem zu traditionell orthodoxen Ländern hin, sondern auch durch die vielen sozialen, legislativen und ethischen Umbrüche.
Antiochener in Europa zu sein, heißt vor allem, vom Evangelium Jesu her zu denken und zu handeln. Denn das, was wir in der Apostelgeschichte lesen, dass die Jünger in Antiochia zuerst „Christen" genannt wurden, bedeutet nicht eine geographische Zugehörigkeit zur Stadt „Antiochia", der Hauptstadt der römischen Provinz „Oriens". Damit will ich natürlich nicht bestreiten, wie wichtig die Geographie ist und wie wichtig es ist, dass wir aus jener Gegend stammen, in der das Christentum und die anderen monotheistischen Religionen entstanden sind. Doch das, was wir in der Apostelgeschichte lesen, bedeutet vor allem, dass nun die Geographie zu Jesus gehört. Es bedeutet, dass jegliche, von Christen getragene kulturelle Identität, egal wo sie angesiedelt sind, vom Winde verweht ist, wenn sie nicht auf Christus beruht. Unsere Botschaft in Europa heute, wenn wir Antiochener nicht nur namentlich, sondern auch tatsächlich, sein wollen, besteht darin, Zeugen und Zeuginnen für diese christliche Identität zu werden. Diese Identität ist zugleich im Evangelium verankert und anderen Menschen gegenüber offen. Wenn sich also die antiochenische Identität um das Evangelium dreht, werden wir in Europa in dem Maße Antiochener, wie wir uns von diesem Evangelium inspirieren und erleuchten lassen. Ebenfalls ist es unsere Botschaft, den Veränderungen in diesem großartigen Kontinent ohne Angst, ohne Komplexe und vom Evangelium Jesu her zu begegnen.
Es unterliegt keinem Zweifel, dass die sozialen und kulturellen Veränderungen sowie die steigende wissenschaftliche Entwicklung unser orthodoxes Denken und unsere kirchliche Praxis mit neuen Herausforderungen konfrontieren, die uns aus der Vergangenheit unbekannt sind. Doch die Auseinandersetzung mit den Veränderungen auf europäischem Boden im Geiste des Evangeliums setzt auch voraus, dass wir erinnern und befragen und kritisieren, immer wenn sich dieses Erinnern und Befragen und Kritisieren als notwendig erweist. Auf dieser Ebene strecken wir unsere Hand zu allen Kräften und Institutionen in der breiten europäischen Gesellschaft aus, auf dass wir eng zusammen arbeiten. Hier darf ich die wichtige Rolle, die das Pariser Institut „Saint Serge" und die orthodoxe theologische Ausbildungseinrichtung in Cambridge spielen, nicht vergessen. Wir werden beide Institutionen unterstützen und mit ihnen kooperieren. Und ich höre auch den mächtigen Ruf des Herrn, dass wir ein wissenschaftliches Zentrum auf Europäischem Boden gründen müssen, das der Bewahrung und Verbreitung unseres antiochenischen Erbes dienen soll.
Das Patriarchat von Antiochia, das in der Vergangenheit eine große pastorale und geistliche Erneuerung erlebte und unter der Leitung unseres großen Hirten Patriarch Ignatius IV immer noch erlebt, wird uns weiter inspirieren. Wir vertrauen auch den Gebeten von vielen Mönchen und Nonnen in Libanon und Syrien, insbesondere im Blummana-Frauenkloster. Diese Mönche und Nonnen haben die Tradition antiochenischen Mönchtums wieder belebt und wurden dadurch zu einer wichtigen Säule dieser Erneuerung. Ihre Gebete, zusammen mit den Gebeten in den europäischen Klöstern, werden uns viel aufmerksamer machen und zur Wirksamkeit unserer Gegenwart in dieser Welt beitragen.
Eure Seligkeit! Dies sehe ich schon beim ersten Moment meiner Einführung in mein neues Amt. Denn ich sehe liebe Menschen, die von außerhalb unserer europäischen Metropolie gekommen sind. Sie kamen aus der Heimat, aus Damaskus und Beirut, aus Aleppo und Tartus, aus Ladikieh und Marmarita und aus anderen Gegenden. Das bringt mich dazu, mich an Antiochia zu wenden und zu sagen:
Antiochia! Antiochia! Hebe deine Augen auf und sieh umher: deine Kinder sind versammelt und kommen zu dir (Jes 60, 4) vom Norden und Süden, vom Westen und Osten, so stelle sie unter den Schutz deiner Flügel
Ihr Lieben! Ich grüße und danke Euch. Auch grüße ich meine Lieben, in deren Dienste ich in der Diözese "Pyrgos"-Wadi An-Nasara jahrelang stand.
In Anbetracht der schweren politischen und wirtschaftlichen Lebensverhältnisse, die unsere Kirche im Vorderen Orient erlebt, müssen wir sie soweit möglich unterstützen und jeden Versuch fördern, unseren dortigen Kindern zu helfen, von denen einige nicht einmal in der Lage sind, weiter die Schule (bzw. die Universität) zu besuchen, weil ihre Eltern vor der schwierigen Wahl stehen: entweder das Brot oder die Schule.
Unsere Kirche trägt das Kreuz des Vorderen Orients und leidet aufgrund ihrer Kinder. Wir müssen ihr Bedürfnis nach Gerechtigkeit zum Ausdruck bringen. Ich begrüße die Botschafter unserer Heimatländer. Ich möchte ihnen versichern, dass auch wir soweit möglich Botschafter sein werden, um Frieden und Gerechtigkeit in unserer Heimat walten zu lassen. In diesem Zusammenhang kann ich nur betonen, dass der Vordere Orient, der die Wiege des Christentums ist, von den Christen geleert wird und dass allmählich dort die Stimme des Nazareners erlöscht. Lasst uns nicht vergessen, dass die heiligen Stätten heilig sind aufgrund der Menschen, die dort leben, und nicht aufgrund der Steine.
Deshalb sind wir als Antiochener dazu aufgerufen, ein Zeugnis für das Zusammenleben mit unseren muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern abzulegen. Auf diese Weise tragen wir zum schwierigen Dialog zwischen den Kulturen und Religionen bei, diesem Dialog, der heute Europa und die Welt stark beschäftigt.
Die Treue zu unseren Heimatländern wird uns nicht davon abhalten, den Ländern, in denen wir heute leben, treu zu sein und ihre Gesetze und Bräuche zu respektieren. Ganz im Gegenteil! Es ist unsere Aufgabe, das aus unseren Wurzeln zu vermitteln, was vermittelt werden kann, um es in das Leben hier und jetzt zu integrieren. Ich begrüße die politischen Vertreterinnen und Vertreter der Länder, Städte und Dörfer, in denen unsere Gläubigen leben. Wir schätzen ihre Anwesenheit hoch ein.
Unsere Gegenwart in Europa gibt uns die Chance, Nachbarn von anderen orthodoxen Kirchen zu sein, deren Gläubigen vor uns den Weg der Auswanderung einschlugen. Es ist eine einmalige Chance, dass sich hier Kirchen im Alltagsleben begegnen, die denselben Glauben, dieselbe Botschaft und dasselbe Zeugnis haben. Diese Begegnung bereichert unsere geistlichen Erfahrungen und verschiedenen Überlieferungen. Was uns angeht, werden wir uns an allen orthodoxen Zusammenkünften in den Ländern unserer Metropolie beteiligen. Wir werden uns alle Mühe geben, gemeinsames Arbeiten und gemeinsames Zeugnis zu fördern. Als Antiochener sind wir dazu aufgerufen, der Versöhnung und der Harmonie zu dienen. Und vielleicht befähigt uns Gott, mit unseren Geschwistern zur Entstehung einer kirchlichen Realität beizutragen, die unsere orthodoxe Einheit besser zum Ausdruck bringt. Die Anwesenheit der Oberhäupter dieser Kirchen unter uns an diesem Abend ist wahrlich ein Zeichen dafür, dass Gott uns die Gnade und die Kraft gewähren wird, um des Ruhms seines Namens willen zusammen zu arbeiten.
Unsere Anwesenheit in der europäischen Diaspora gibt uns auch eine historische Chance, der westlichen Christenheit außerhalb des feindseligen konfessionalistischen Kontexts, der des Öfteren die Stimmung in unseren Heimatländern prägt, zu begegnen. Die westlichen Kirchen empfingen uns als Geschwister. Die Anwesenheit der Vertreter dieser Kirchen am heutigen Abend bildet einen Beweis dafür. Wir haben vor, an den verschiedenen ökumenischen Dialogen teilzunehmen. Dort werden Wahrheit und Liebe gleichgestellt. Und das tun wir, um in aller Demut eine Orthodoxie zu bezeugen, die lebendig und evangeliumstreu ist und danach verlangt, die Elfenbeintürme, in die sie sich manchmal zurückzieht, zu zerstören, und um uns davon bereichern zu lassen, was der Geist zu anderen Kirchen spricht, auf dass der Name Gottes in uns und in unseren Geschwistern gepriesen wird. In diesem Zusammenhang dürfen wir die besondere Rolle Antiochias und die unseres Vaters Patriarch Ignatius IV nicht vergessen. Dies bestätigte seine Heiligkeit Papst Johannes Paul II in der orthodoxen Kathedrale in Damaskus, als er 2005 Syrien besuchte:
„Das Interesse, das Eure Seligkeit zeigt, und die Tätigkeit, die Ihr seit mehreren Jahren ausführt, für die Einheit des Gottesvolkes sind bei allen bekannt. Ich schätze sie sehr und danke Gott dafür ..."
Zum Schluss möchte ich Euch versichern, dass unsere Kirchengemeinden versuchen werden, Orte zu sein, in denen sich Geschwister begegnen, in Gemeinschaft leben, Gott suchen und die Vereinigung mit ihm ersehnen; nicht nur durch die Eucharistie (das Abendmahl), sondern auch durch gemeinsames Denken, Zusammenarbeit, das Erlernen geschwisterlicher Liebe, Zeugnis, Aufgeschlossenheit und den Dienst am Nächsten. Ich fordere Euch alle zu dieser erfreulichen Tafel auf. Wenn Ihr an dieser Tafel teilhabt, wenn Ihr in der Lage seid, dieses gemeinschaftliche apostolische Leben zu führen, werdet Ihr in diesem Leben verankert bleiben. Und dieses Leben wird aus Euch wie Ströme entspringen, die den Durst vieler löschen. Mit Euren Worten und Taten werdet Ihr Christus Jesus als Erlöser der Welt verkündigen: „Kommet, sehet, wie süß der Herr ist" und „seine Süße ist in meinem Hals stärker als Honig". So macht uns Christus würdig, alle Geschöpfe zu lieben und ihen zu dienen, obwohl wir unwürdig sind, „auf dass im Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist zur Ehre Gottes des Vaters" (Phil 2, 10-11).
Ich bitte Euch wärmstens, mich in Euren Gebeten nicht zu vergessen. Denn ich brauche diese Gebete, um leben zu können.
